Backing Vocals / Doppeln der Stimme / Leadvocals / Monitormix / Röhrenvorverstärker / Sprache
Mikrofontechnik
Um eine Bedämpfung der Höhenfrequenz zu vermeiden, sollte man versuchen,
ohne Schaumstoffkappe ein sauberes Signal zu bekommen durch eine gute Technik des
Sängers. Explosivlaute p,b,t nicht unnötig betonen, korrekten Mikrofonabstand
einhalten, (bei lauten Stellen weg vom Mikrofon, bei leisen hin und offener
singen). Mikrofonmembran seitlich ansingen.
Bei dunklen Vocalen eher über
das Mikro singen, bei perkussiven Konsonanten leicht weg. Das Mikrofon darf
nicht unterhalb des Mundes sein, da bei T-Lauten die Luft nach unten
ausgestossen wird.
Bei Problemen mit P-Lauten kann man das Mikrofon leicht unter dem Mund aufstellen, damit die Druckwelle vom ausgesprochenen P
geht so über das Mikro hinweg.
Besser als Schaumstoffkappe ist allerdings ein
externer Poppschutz. Dieser hat 2 Vorteile:
Es gehen weniger Höhen verloren. Abstand zum Kondensatormikrofon 15-20cm.(10-50cm)
Windschutz 5-10cm vor dem Mikrofon.
Der Sänger wird zuverlässig davon abgehalten, "ins Mikrofon
hineinzukriechen" und bleibt auf einer durch den Popp-Schutz
vorgegebenen Mindest-Distanz.
Je nach Klangfarbe der Stimme kann man das Mikrofon unterschiedlich
positionieren. Eine eher grelle, quäkige Stimme kann man von oben (fast
Nasenhöhe, ein wenig in Richtung Unterlippe geneigt) abgenommen werden. Nasale,
dunkle Stimmen kann man aufwerten, indem man das Mikrofon etwas tiefer stellt
und leicht nach oben in Richtung Gaumen neigt.
Optimale Entfernung = Hängt von gewünschten Klangeigenschaften ab, wird von der Kugelcharakteristik des Mikrofons bestimmt. Das Funktionsprinzip ist auch wichtig: Bei Grossmembran-Mikrofonen aufgrund ihrer Windempfindlichkeit nicht näher als 20cm. Um den Abstand zum Mikrophon zu sichern kann man einen Metallring mit überspanntem Nylonstrumpf anbringen. (Durchmesser des Rings min. 10cm) Auch Schutz gegen feuchte Aussprache.
Devise: So nah wie möglich, so weit wie nötig ans Mikrofon. Dies erhält die
klangliche Differenzierung der Aussprache (Konsonanten , Einatmen)
Entfernung = 10cm oder mehr wenn es kein Nahbesprechungsmikrofon ist. Bei
Popmusik 20-30cm.
Equalizer bei der Aufnahme
Beim Aufnehmen genügt es meist nur den Low-Cut Filter zu
betätigen. Die Auswahl des Mikrofons ist wichtiger als die Betätigung
des Equalizers. Bei der Aufnahme mit einem dynamischen Mikrofon fehlender
Höhenglanz oberhalb 10kHz anheben, bei Nahbesprechungseffekt Bässe
leicht absenken.
Notenblätter nicht auf Notenständer befestigen 8unerwünschte Reflexionen),
besser Stativ verwenden.
Beim Aufnehmen Vocals zurückhaltend mit EQ bearbeiten. Anhebungen und
Absenkungen von mehr als 3dB vermeiden. Mittenbearbeitung zwischen 700Hz -
2kHz und den Höhen.
(Viele Mikrofone heben Frequenzen bei 5-10kHz an.) Mit einem variablen Low
Cut kann man männliche Vocals bei 80-100Hz beschneiden, weibliche oft
auch bis 120 oder 150Hz. Die Grundtöne liegen beim Gesang überwiegend im
Bereich von 200 bis 700Hz.
| Mikrofonwahl | |
| Grossmembran: Neumann U-87, AKG 414 B-ULS aber auch Neumann TLM-103, BPM CR-10 und CR-95, Rhode NT-1, Audio Technica AT 4033a und AT-4050, Beyerdynamic MC-740. Auch Röhrenmikrofone: BPM TB-95, Rode "Classic", AKG "The Tube", Neumann T-149 Tube. |
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Zur Aufnahme sollte man ein Galgenstativ verwenden. Der Fuss des Stativs
sollte neben der Sängerin stehen. Bei einer senkrechten Aufstellung kann
es zu Kammfiltereffekten kommen.
Spezialeffekt Gesang
Starke Betonung bei 500-1.2kHz (steilbandig), Stimme über Lesli oder
Gitarrenamp aufnehmen (Beatleseffekt)
Probleme mit dem "S"
Ein Mikrofon mit weicheren Höhen verwenden, etwa ein Röhren-Grossmembran-Mikro.
Den Mikrofonabstand vergrössern. Sänger sollte ein wenig schräg ins Mikrofon singen, von ausserhalb der Mikrofonachse.
Die Kompression reduzieren: kleinere Ratio, höherer Threshold, langsamere Attack- oder Releasezeiten.
Die Höhen-, eventuell auch die Präsenz-Anhebung am EQ zurücknehmen.
Die S-Laute mit einem Deesser selektiv begrenzen.
Wenn man über keinen guten Röhrenkompressor verfügt, sollte man den Gesang bei der Aufnahme nicht komprimieren.
Frequenzen der einzelnen Stimmgeräusche
| Uiuuuh Yeah | 250Hz | |
| Yeah | 500Hz-1kHz | |
| A | 1kHz | |
| O | 500Hz | |
| U | 250Hz | |
| I | 250 halb | 3.5kHz ganz auf |
| E | 500Hz | 2.5kHz ganz auf |
| Sexy | bis zu 12kHz | |
| Bauch und Wärme | 100-250Hz | |
| Zischlaute | 8kHz | |
| Konsonanten | 3-6kHz | Sprachverständlichkeit |
| Brillanz | 6-12kHz | |
| Formanten | 2.8-3kHz | bei Pop-Song leicht absenken |
| Informationsgehalt der Stimme | 250Hz - 3.5kHz |
Nur ein Mikrofon: Niere oder auch Kugel - ist abhängig von
der Raumakustik - einsetzen. bei mehreren eng zusammenstehenden Mikrofonen
kann es zu Auslöschungen kommen.
Mikrofone: ein paar Kleinmembran-Mikros in XY-Technik
Auch die MS Stereophonie bringt gute Ergebnisse.
Bei Backing-Vocals Aufnahmen mit mehreren Leuten kann man auch auf
Achtercharakteristik umschalten. Die Leute können sich dann im Kreis vor dem
Mikrofon aufstellen.
Wenn man das Mikrofon mit Nierencharakteristik an einem Tisch auf Mundhöhe des Sprechers stellt gibt es Klangverfärbungen durch die Reflexionen auf der Tischplatte. Deshalb Supernierenmikro auf Tischplatte stellen, das nach oben schaut. Auf nicht zu lautes Rascheln der Mauskriptblätter achten, da Mikrophon sehr nahe ist. Reflektionen der Tischplatte sind auch zu verringern durch bezug des Tisches mit einem dickem Samt. Der Sprecher sollte mit der Dynamik seiner Stimme umgehen können, da der Einsatz eines Kompressors bei Sprache heikler und kritischer ist als bei Gesang.
Der Monitor-Mix ist ein probates Mittel, den Sänger zu "lenken": geben Sie dem Gesang etwas leiser auf den Kopfhörer, so wird der Sänger kräftiger singen. Stellen Sie den Gesang lauter , so gelingen zart gesungene, gefühlvolle Passagen besser, da der Sänger mit weniger Kraft gegen den Background ansingen muss.
Im Gegensatz zur statisch und periodisch wirkenden elektronischen Doppelung der Stimme ist die gedoppelte Aufnahme dem elektronischen Pendant weit überlegen.
Obwohl Abweichungen erwünscht sind, fallen sie auf, wenn am Ende der Phrase ein Konsonant (T,K,P etc.) gesungen werden soll. Da die Konsonanten aber für den Schwebungseffekt überhaupt keine Rolle spielen, gelangt man zum besten Ergebnis, wenn die Sängering bei der zweiten Aufnahme die Konsonanten einfach weglässt, statt "Beam me up" singt sie beim zweiten Mal "Beam me ah" und schon passt alles.
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"Zappelphillip" |
Beim Singen sollte man am besten immer den gleichen Abstand beibehalten. Wenn der Sänger/In zu fest den Abstand verändert beim Einsingen, kann man das Mikrofon auf Kugelcharakteristik umschalten.
Das EQing der Aufnahme sollte weitgehend
neutral gehalten werden. nehmen Sie mit einem Röhren-PreAmp auf, schadet es
allerdings nichts, die Höhen hörbar anzuheben. Denn nichts klingt so warm wie
die Höhen bzw. die Obertöne einer Röhrenvorstufe. Auf keinen Fall sollten Sie
mit einem DeEsser aufnehmen, sparen Sie sich diesen für später auf, und setzen
Sie ihn erst bei der Mischung ein - wenn überhaupt. Eine zu stark mit DeEsser
belegte Aufnahme lässt sich kaum reparieren.
Den Gesang können Sie ruhig mit Ratio 3:1 bei der Aufnahme komprimieren. Die
restliche Kompression erreichen Sie später bei der Nachbearbeitung.
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Stand: 24. März 2007 11:27:50 +0100