Bassdrum / Brummen / Drums / Feedback / Mischen / Nahbespechungseffekt / Snare / Tips / Toms / Unsymmetrisches Kabel / Vocal Live / Wireless-Systeme Tips / 8-Spur Liveaufnahme
Die häufigsten Rückkopplungen im Monitorbereich treten in den Bereichen 1.25kHz, 2.5kHz und zwischen 4 und 10kHz auf.
Ein wichtiger Aspekt im Live-Einsatz ist der
Nahbesprechungseffekt, der auftritt, wenn man sich mit dem Mund sehr nah an die
Mikrofonkapsel begibt. Der Klang wird bassiger, voluminöser und vor allem
matschig. Viele Musiker nutzen diesen Effekt gerne, da er ihre Stimme
entsprechend voller klingen lässt und ihnen der Klang vertrauter erscheint.
Dieser Effekt trifft aber leider nur auf den Musiker selber zu, denn für alle
anderen klingt die Stimme unnatürlich und verschwommen. Wenn Sie das Mikrofon
in einem Abstand von ca. 7 bis 15cm halten, klingt die Stimme um einiges
natürlicher und es werden die Popplaute verringert. Dies hat einen einfachen
Grund: Man selber hört sich immer mit den Körperresonanzen, sodass sich die
eigene Stimme für einen selbst viel tiefer und bassiger anhört, als sie in
Wirklichkeit ist.
1. Schlagzeug und Bass
2. Schlagzeug und Bass
3. Gitarre, Keyboards
4. Gitarre, Keyboards
5. Gesang & Effekte
6. Gesang & Effekte
7. Saal-Mikros
8. Saal-Mikros
| Unsymmetrisches Kabel |
Ab 10m verliert unsymmetrisches Kabel an Pegel im hochfrequenten Bereich. Unsymmetrische Übertragung ist anfällig auf Trafos, Bildschirme oder auch Trittgeräusche.
Die Problemzonen liegen bei 1-3kHz. Meistens klingt die
Stimme hier unangenehm und agressiv, man muss daher meist absenken. Bei
8kHz für die Höhen aufpassen, hier reagieren manche Mikrofone
empfindlich auf Rückkopplungen.
Bei etwa 250-400Hz neigen viele Systeme oder Mikros zum Dröhnen. Stimmen
werden bollerig und undifferenziert, beim Absenken werden die Stimmen
fiepsig und ihnen fehlt die Substanz (Bauch).
Bei 1kHz kann die Stimme man leicht absenken, dies trägt zur besseren
Verständlichkeit bei.
Der Nahbesprechungseffekt der Mikrofone kann man bei 300Hz dämpfen.
Wenn Signale quäkend klingen bei 1,6kHz etwas abdämpfen.
50 Hz Brummen wenn Netzteil neben Linekabel liegt. Brummschlaufen haben eine andere Frequenz und entstehen wenn ein Gerät mehrfach geerdet ist.
Den Equalizer nur sehr reduziert einsetzen. Weniger ist
mehr. Bass- und Höhenregler rühre ich fast nie an. Vielmehr sollte man
Störfrequenzen in den Mittenbändern suchen und diese gezielt
herausfiltern. Besonders in den unteren Mitten, bei 400-600Hz kann man den
Sound durch absenken einer Frequenz drastisch verändern.
Tipp für Effektliebhaber: Mit kurzen Räumen arbeiten und
Early-Reflections. Die verleihen den Trommeln richtig Power ohne alles zu
verwischen.
Das teuerste Drumset klingt wie ein Eimer, wenn es nicht
richtig gestimmt ist!
Im Proberaum sind Pin Stripe Felle sehr beliebt. Sie liefern bei ungenauer
Stimmung einen volleren Klang als andere Felle. Für den durch die
Mikrofonabnahme erzeugten Sound stimmt das nicht. Hier gilt, dass
besonders dünne Felle wie das Remo Ambassador Clear den deutlichsten Ton
geben, wenn sie exakt gestimmt sind.
| Bassdrum |
Als Schlagfell verwenden Profis das PowerStroke. Dieses
Fell erzeugt den Live bevorzugten kurzen Ton.
Für einen harten Kick bevorzugen Metaller und Hard-Rocker dünne Felle.
Der Natur-Sound einer Bassdrum mit schlapp gespanntem Fell, kann aber Live
Störgeräusche verursachen. Wenn die Bassdrum Live abgenommen wird, ist
ein höher gestimmtes Fell mit weniger Kick zu bevorzugen.
Ein harter Filz-Klöppel ist auf jeden Fall die bevorzugte Wahl.
(definierterer Kick)
| Vocal Live |
Für Liveanwendungen ist das Shure SM58 immer noch zu empfehlen.
Den Monitormix sollte man nicht mit zuviel Effekten anreichern. Ein trockenes, klares Signal aus dem Bodenmonitor setzt sich auf der Bühne besser durch. Deshalb, je schlechter die Raumakustik, desto weniger Effekt.
Der Sänger sollte so nah wie möglich ans Mikro beim Singen, so erreicht man mehr Output am Mikro und mehr Input am Mischpult. Das Signal ist in kritischen Situationen immer noch laut genug, um sich im Gesamtklang durchzusetzen, bevor es koppelt und pfeift.
| Tips |
Bei Mikrofonabnahme der verschiedenen Klangquellen, mit den Mikrofonen nahe an die Schallquelle gehen. Die Feedbackgefahr wird kleiner und Soundanteile anderer Boxen wie auch der meist hallende und dröhnende Konzertraum wird nicht mit aufgenommen. Mikrofone entsprechend ihrer Richtcharakteristik positionieren, um unerwünschten Schall anderer Instrumente auszublenden!
Das Mikrofon sollte im Abstand zur aufzunehmenden Schallquelle etwa dreimal so weit von anderen Mikrofonen entfernt sein, um mögliche Frequenzauslöschungen geringer zu halten.
Für die Abnahme einer Gitarrenbox wenn möglich nur ein
Mikrofon verwenden, z.B: Shure SM57
Wenn man öfters Konzerte spielt, den idealen Aufnahmepunkt an der Gitarrenbox
mit wenig Klebeband leicht unterhalb kennzeichnen. Somit hat man live schnell
den idealen Aufnahmepunkt für das Mikrofon gefunden und immer den gleichen,
guten Gitarrensound.
Benutzen sie für Livemischungen auch Live-Mischpulte, da diese über genügend Aux-Wege verfügen und die wichtigsten Anschlüsse symmetrisch ausgeführt sind. Achten sie besonders darauf das die Summenausgänge symmetrisch ausgeführt sind. (Sonst Einstreuungsgefahr!) Auch die Bedienelemente der Live-Mischpulte (z.B: programmierbare und schnell abrufbare Mute-Schaltungen) sind für den Live-Betrieb ausgelegt.
Achten Sie auf die Trennung von Netz- und Audiokabel!
Achten Sie auf einen "sauberen" Strom am Aufführungsort. Verwenden Sie bei Möglichkeit einen Netzfilter.
Verwenden Sie keine günstigen Funkmikrofone. Einstreuungsgefahr von Lichtquellen, Funk usw. Gehen Sie auf Nummer sicher und verwenden Sie Line-Kabel oder aber bewährte teuere Wireless-Systeme.
Als Band die öfters Konzerte spielt, lohnt sich die Anschaffung einer kleinen auf sich abgestimmten P.A. - und Monitor-Anlage inkl. Mischpult., da diese meist sehr gut tönt und man sie mit der Zeit im Schlaf bedienen kann. Vielfach gibt es Probleme, wenn man verschiedenste Geräte, die man selber nicht gut genug kennt, in letzter Sekunde zusammenmietet, und dann schliesslich Bedienungsprobleme kurz vor dem Konzert auftauchen....!?ç*"!
Achten Sie darauf, dass die Sidefill-Monitore nicht die Beine der Musiker anstrahlen sondern die Ohren. Bei Bedarf die Boxen schräg aufhängen. Auf Feedbackgefahr auf kleinen Bühnen achten bei Verwendung von Sidefill-Monitoren!
Im Monitorweg ist ein graphischer Equalizer zum herausfiltern störender Frequenzen zu empfehlen.
Boxentürme von Gitarristen und Bassisten von der Abstrahlung her besser als kleine Kofferamps. Kofferamps z.B. auf Stühle usw. stellen.
Stellen sie die verschiedenen Gitarren- und Bassboxen nicht parallel ins Publikum strahlend auf, sondern in einem Winkel zu den Musikern, sodass sich auch ohne Bodenmonitore die einzelnen Musiker einigermassen hören. Auch wird der Gitarren und Basssound nicht direkt mit dem P.A. Sound vermischt, was zu Frequenzauslöschungen und daher zu einem schlechtern Sound führen kann.
Achten Sie auf den Abstrahlwinkel der Bodenmonitore und der Charakteristik der Mikrofone, aufgrund Vermeidung möglicher Feedbacks. (z.B. Shure SM58 direkt vor den Bodenmonitor aufstellen da Nierencharakteristik, bei Supernieren Mikrofonen Bodenmonitore rechts und links dahinter stellen)
Kompressoren bei der Stimme zu empfehlen. Schwankungen in der Lautstärke lassen sich mit geeigneten Einstellungen perfekt ausregeln. Aber Vorsicht: Wenn ein Mikrofon nicht angesprochen wird, ist die Empfindlichkeit des Kanals maximal (d.h. erhöhtes Feedbackrisiko!). Daher: Nichtbenutztes Mikrofon stummschalten (bzw. muten)
Für den Gesang und Schlagzeug ein qualitativ gutes Hallgerät verwenden. Bei Gitarrensignalen klingt auch ein billigeres Hallgerät meist noch passabel. Halleffektanteil aber sehr gering einstellen.
Equalizing: Weniger ist mehr! Zuerst auf richtige Mikrofonierung und Lautstärkeverhältnisse achten. Lieber störende oder unnötige Frequenzen absenken (z.B. bei Hi-Hat Bässe absenken) als z.B. für ein volleres Klangbild die Tiefen anzuheben. Subwoofer der PA daher nicht unnötig im Pegel anheben.
| Equalizer in der Monitorbeschallung |
Der eingeschleifte Equalizer bei Bühnenmonitoren ist wichtig zum Absenken Rückkopplungs-kritischer Frequenzen. Entweder schleifen sie ihn in den Monitor-Ausweg ein oder schalten ihn einfach zwischen Pult und Monitorendstufe.
Equalizing beim Gesangsmonitor, wenn er nur Gesang widergibt: Tiefbässe entfernen, Sprachverständlichkeit optimieren.
| Wireless-Systeme Tips |
(Tips von Gerry Baumeister, Vertriebsleiter AKG-Acoustics Deutschland)
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Stand: 18. Februar 2003 05:09:20 +0100