Review Black Jade

 

Forest of edoras

Legacy / Markus Eck

Schweizer Schwarzstahl - ein leider viel zu seltener Import hierzulande. So seid willkommen. Das "Holocaust 666" betitelte 2001er Debütalbum krallten sich lt. Bandbio mehr als 400 Interessenten. Meine Krallen hingegen ballen sich wutentbrannt zu in den Nachthimmel gereckten Fäusten, wenn ich die neuen Ergüsse von BLACK JADE aus den Speakern direkt in meine Ohren spritzen lasse. Diese reine Klangsaat des Bösen, die das Trio aus Zeiningen hier verbreitet, wirkt nämlich höchst ansteckend - was die Faktoren untherapierbare Zivilisationsabscheu, entfesselte Aggression und unheimliche Wut im Bauch anbelangt. Für solcherlei Befindenszustände verantwortlich ist grooviger und rifforientierter Black Metal, welchen der diabolische Dreier hier auf seinem zweiten Album "Forest Of Edoras" mit einiger Hingabe darbietet. Dies ist ganz besonders bei den peitschend schnellen Parts der CD zu vernehmen. Vor allem der ruppig fiese, aber satte Gitarrensound weiß mir zu gefallen. Richtig neue Genreimpulse sucht man hier zwar, um sie nicht zu finden, doch daran sind die drei instrumentell ziemlich gut aufeinander eingespielten Eidgenossen merklich auch gar nicht interessiert. Dafür lieben sie das beackerte Metier viel zu sehr, wie überdeutlich und jederzeit aus ihrer aktuellen Veröffentlichung heraus zu hören ist. Doch nicht nur spielseitig und rhythmisch regiert hier der blanke Hass - auch gesanglich macht sich schäumend geifernde Unbill breit. Eine stockdunkle Angelegenheit also. Doch in regelmäßigen Abständen blitzen unruhig flackernde Glanzlichter im kompositorischen und gar nicht mäßigen Geschehen auf, und zwar immer dann, wenn erfreulich eingängige Nachtmelodien die Hörersinne befallen. Extreme satanische Botschaften sind bei den drei glühenden Verehrern schwarzen Jadegesteins in den Hintergrund gerutscht, dafür hat neuerdings Tolkienscher Lyrikeinfluss zugenommen. Das anfänglich erhabene und getragene Grundriff des letzten Songs "Minas Ithil" scheint mir von einem älteren Thy Serpent-Song adaptiert zu sein, dies aber nur als weiteren Soundverweis. 

7 Punkte


Medusa Productions / Tino

Black Metal deren Soundqualität sprich Produktion ist sehr sauber und druckvoll. Der übliche heißere Black Metal Gesang, eher einfache aber wirksame Gitarrenstrukturen, die trotzdem in jedem Stück andere Formen annehmen und ein recht druckvolles Schlagzeug - auch sehr sauber produziert, geben natürlich den Ton an. Es gibt schon einmal clean parts oder ruhigere parts, die aber auch mit viel Liebe zum Detail, ohne zu überladen, perfekte breaks bieten. Ziemlich groovige, rythmische "Stampf"-parts inklusive wird das Gesamtwerk ein sehr kurzweiliges. Ich würde diese CD sogar als recht erfrischend in diesem Bereich einstufen, da alles "sehr fein" arrangiert wurde (zB. verschiedene tempi-parts innerhalb eines Songs-War Of Terror-Nor). ****


Schwermetall.ch / AM

Hierzulande sind Black Jade kein unbeschriebenes Blatt mehr. Neu ist allerdings, dass Black Jade keine reine old school Black Metal Band mehr verkörpert, die sich rein satanisch gibt und mit etwas überzogenem Image durch die Lande zieht. Traditionellen Black Metal machen sie auf ihrem neuen Rundling "Forest of Edoras" zwar immer noch, allerdings ist das Image der Band gereift.

Auch in spieltechnischer Hinsicht haben Black Jade einiges dazugelernt. Vor allem die Gitarren bewegen sich nicht mehr auf simpelstem Niveau, wie dies noch auf "Holocaust 666" der Fall war. Doch sind auch heute noch einige spieltechnische Defizite auszumachen. So dümpeln die Trommeln oft in ewig gleichem Rhythmus vor sich hin und bringen kaum Abwechslung. Dennoch sind einige Riffs sehr gelungen und sobald Black Jade einen Gang zurückschaltet, entblösst der Silberling auch Mitbangcharakter. Auch in gesanglicher Hinsicht ist die Band sehr überzeugend. Das Gekeife von Naragarth wirkt ausgesprochen authentisch.

Songs wie "Forest of Edoras" zeigen das Potential, das in der Band steckt. Der Songaufbau ist interessant und im Gegensatz zu anderen Stücken sind auch die meisten Übergänge spannend. Ab und an wagt man sich auch an ein paar ruhigere Passagen, was durchaus interessant ist. Allerdings fehlt oft das gewisse Etwas, der spannende Aha-Effekt. Und bei 10 Minuten langen Songs erwarte ich schon etwas mehr Abwechslung.

Textlich orientiert sich Black Jade den Titeln nach an Tolkien. Wie gut die Texte sind, kann ich jedoch nicht genau sagen, allerdings deuten einige Fehler in den Titeln darauf hin, dass es durchaus seinen Grund hatte, die Lyrics nicht im Booklet abzudrucken.

Die Produktion wertet die Musik auf. Sie ist sehr transparent und differenziert. Trotzdem bleibt eine gewisse Rauheit bestehen. Insgesamt kann man also zumindest einen Daumen hochhalten und "Forest of Edoras" denjenigen empfehlen, die Gorgoroth und Co. vergöttern. 

9 von 13 Punkten


Metalmessage Magazin / Markus Eck

Schweizer Schwarzstahl – ein leider viel zu seltener Import hierzulande. So seid willkommen. Das Holocaust 666 betitelte 2001er Debütalbum krallten sich lt. Bandbiografie mehr als 400 Interessenten. Meine Krallen hingegen ballen sich wutentbrannt zu in den Nachthimmel gereckten Fäusten, wenn ich die neuen Ergüsse von Black Jade aus den Speakern direkt in meine Ohren spritzen lasse. Diese reine Klangsaat des Bösen, die das Trio aus Zeiningen hier verbreitet, wirkt nämlich höchst ansteckend – was die Faktoren untherapierbare Zivilisationsabscheu, entfesselte Aggression und unheimliche Wut im Bauch anbelangt. Für solcherlei Befindenszustände verantwortlich ist grooviger und rifforientierter Black Metal, welchen der diabolische Dreier hier auf seinem zweiten Album Forest Of Edoras mit einiger Hingabe darbietet. Dies ist ganz besonders bei den peitschend schnellen Parts der CD zu vernehmen. Vor allem der ruppig fiese, aber satte Gitarrensound weiß mir zu gefallen. Richtig neue Genreimpulse sucht man hier zwar, um sie nicht zu finden, doch daran sind die drei instrumentell ziemlich gut aufeinander eingespielten Eidgenossen merklich auch gar nicht interessiert. Dafür lieben sie das beackerte Metier viel zu sehr, wie überdeutlich und jederzeit aus ihrer aktuellen Veröffentlichung heraus zu hören ist. Doch nicht nur spielseitig und rhythmisch regiert hier der blanke Hass – auch gesanglich macht sich schäumend geifernde Unbill breit. Eine stockdunkle Angelegenheit also. Doch in regelmäßigen Abständen blitzen unruhig flackernde Glanzlichter im kompositorischen und gar nicht mäßigen Geschehen auf, und zwar immer dann, wenn erfreulich eingängige Nachtmelodien die Hörersinne befallen. Extreme satanische Botschaften sind bei den drei glühenden Verehrern schwarzen Jadegesteins in den Hintergrund gerutscht, dafür hat neuerdings Tolkienscher Lyrikeinfluss zugenommen. Das anfänglich erhabene und getragene Grundriff des letzten Songs Minas Ithil scheint mir von einem älteren Thy Serpent-Song adaptiert zu sein, dies aber nur als weiteren Soundverweis. Eine raue und spürbar ehrliche Scheibe.

 

 

 

 

 

Stand: 17. Juni 2005 17:55:38 +0200