Review Harlekin

In disguise

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HARLEKIN „In Disguise“ Album: Die Schweizer Newcomer geben mit ihrem Debütalbum tüchtig Gas.„In Disgiuse“ liefert eine gelungene Mischung aus Rock, Metal und Punk, die von den sechs Burschen noch mit eingängigen Refrains und gesundem Groove ausgestattet worden ist. Eine saubere Sache, der Schmutzrock von Harlekin. Die Band steht für Interviews ( Phoner) zur Verfügung. 
( Firebird Records) 


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Manuela Liefländer 20.10.2005

Eigentlich kaum zu glauben, dass die Schweizer-Buben mit "In Disguise" gerade mal ihr erstes Album abliefern und noch dazu erst zwischen 17 und 21 Jahren alt sind. Respekt! Ihr Punk Rock klingt dermaßen old-school, dass man meinen könnte, sie hätten die Platte schon Ende der Siebziger aufgenommen. Sicherlich, hier und da offenbart die Produktion ein paar Schwächen.

So sind zum Beispiel die Vocals der Hard-Rock-Ballade 'Behind The Mask' ein wenig zu leise. Bei 'Chess' scheinen sie hingegen gar nicht wirklich zum Song zu passen. Aber das sind Dinge, die den Gesamteindruck nicht unbedingt trüben. Schon der Opener 'My Realms' rockt und erinnert irgendwie an Iggy Pop. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die einzelnen Bandmitglieder einen ganz unterschiedlichen musikalischen Background haben. Dieser reicht von Metal über Progressive und Hard Rock bis Punk. Man braucht sich also auch nicht zu wundern, wenn plötzlich Keyboardklänge zu vernehmen sind. Nicht weniger facettenreich sind die Songtexte. Zwar kommt man nicht umher, etwas über Sänger Fizzys Frauengeschichten zu erfahren, aber gleichzeitig ist mit 'Wonderland' auch ein ergreifender Anti-Drogen- Song vertreten. Das schöne daran: Der Moralfinger wird nicht gereckt, hier regiert eher ein gepflegter Zynismus! Neben einer Horrorstory a la MISFITS, gibt's erwartungsgemäß Lieder übers Erwachsenwerden. Fizzys Texte klingen durchweg ehrlich. Dieser Eindruck entsteht nicht zuletzt sicherlich auch wegen des düsteren und durchaus ästhetischen Artworks.

Im Großen und Ganzen also ein sehr gelungenes erstes Album. Wenn die Jungs auf diesem Niveau weitermachen, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.


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Nicht Fisch, nicht Fleisch ist das, was wir hier von der noch recht jungen Band Harlekin aus der schönen Schweiz vorgesetzt bekommen. Die Jungs - alle 
zwischen 17 und 21 Jahren - konnten sich, wie man dem Album nur allzu deutlich anhören kann, nicht auf einen Musikstil einigen, was wohl vor allem daran liegen 
mag, dass der Sechser einen unterschiedlichen musikalischen Background mitgebracht hat: Von Metal, Progressive, Hard Rock über Punk sei in der Band 
alles vertreten – wobei ich für mich lediglich noch den Hard Rock eindeutig identifizieren kann. Punk, nee, Metal, hm, nee, aber eine Vorliebe für die guten 
alten 70er Jahre scheinen allen inne zu haben. 
Vor allem die Songs "My Realms", "Rainy Day" und "Lonely In The Night" erinnern mich an den Glam Rock der Siebziger. Dabei muss ich ganz 
unmissverständlich an Iggy Pop und The Darkness denken. Der schräge Gesang passt hier ganz gut, aber ein Justin Hawkins ist er nun mal leider nicht. Anderen 
Melodieläufen, wie bei "Behind The Mask" kann sich die Stimme nicht so richtig anpassen – und das deformiert den ganzen Song ... Aber sei's drum, musikalisch 
sind die Jungs echt fit. 
Die Leadgitarre beispielsweise ist sogar während des Gesangs ständig präsent und zeugt vom Können des Gitarristen Pete. Im sechsten Song dann, dem einzig 
angehaucht balladesken Stück auf dem Album, werden gekonnt die Keyboards eingesetzt, um die passende tieftraurige Stimmung zu erzeugen und zusammen 
mit den Gitarren-Parts eine harmonische Einheit bilden. 
Alles in allem haben Harlekin das Zeug dazu, groß raus zu kommen. Wobei man dabei beachten sollte, dass sie die Songs dem Gesang etwas anpassen sollten, wenn's umgekehrt schon nicht so recht klappt …

VÖ: 21 Oktober 2005 


Stalker

Jung, frisch, anders. Das könnte das Motto der sechs Schweizer Jungs von Harlekin sein. Ihr Debüt „In Disguise“ besticht durch eine punkige Mischung aus Rock´n Roll, angelehnt an vergangene Jahrzehnte, durchwoben mit schrägem Gesang und Gitarrensoli. 

Leider zieht sich dieser rote Faden - wenn man ihn so nennen kann - durch das gesamte Material und erzeugt so eine gewisse Eintönigkeit. Auch der Sänger ist gewöhnungsbedürftig, da ihm ein manches Mal die Melodik abhanden kommt, was auch durch instrumentale Leistungen des Rests der Band nicht mehr zu retten ist. Einzige Ausnahme: „Behind the mask“, eine Ballade mit Tiefgang und Keyboardsequenzen sowie überzeugenden Gitarrenparts. 

Insgesamt jedoch ein souveränes Erstlingswerk mit guten Ansätzen, die neugierig auf weiteres machen. Wir wollen von euch hören, Jungs! 

7.5 von 10 Punkten


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Aha, Schweizer. Also mal wieder ein Melodic Rock Schönfärber-Act der Kategorie SHAKRA und Konsorten. Aber, Überraschung, die junge Kapelle mit dem nicht 
besonders originellen Namen HARLEKIN hat ganz anderes Tongut im Ärmel. Ziemlich fetzigen Street Rock nämlich. Das ist doch mal eine erfreuliche 
Abwechslung zum sonstigen Einheitssound aus Helvetia. 

Die Biographie der Band ist schnell erzählt, schließlich ist der älteste Musiker grade mal 21 Jährchen alt und die musikalische Laufbahn der Züricher ist 
dementsprechend kurz. HARLEKIN gibt es ein gutes Jahr und der Sänger war vorher mit einer Horde Punker unterwegs. Fertig. Ach ja, der Keyboarder heißt 
Michael Schafroth und ist nicht mit Michaela Schafrath, aka Gina Wild, verwandt. "In Disguise" ist natürlich die erste CD der Jungs und in Anbetracht des Alters 
und der Unerfahrenheit dann doch ziemlich gut geworden. 

Wie es sich für eine Horde jugendlicher Musiker gehört, haben HARLEKIN das eine oder andere Stilproblem. So ganz konsequent auf einer Linie sind die Songs 
(noch) nicht. So sind beispielsweise die Punk-Roots nicht wirklich punkig und mancher Ton aus dem Keyboard klingt eher klassisch nach Erwachsenenrock als 
nach "dreckigem Rock mit Punk-Einflüssen", der im Info bemüht wird. Einigen Nummern hängt auch (noch) ein gewisser Übungsraum-Touch an, da wird gerne 
mal ein wenig gejammt und probiert und gelegentlich sogar in progressiven Gefilden gewildert (Behind The Mask). Überhaupt nicht schlimm, nur so kann sich 
Großes entwickeln. 
Völlig überzeugend sind hingegen die Gitarren. Der (inzwischen ausgestiegene) Rhythmusgitarrist legt einen soliden Unterbau und Solist Pete schraubt 
handfesten Rock & Roll darauf fest und liefert locker das eine oder andere hochkarätige Solo. Ein wenig komplizierter ist der Gesang zu sehen. Hinter den durchaus 
ambitionierten Texten verbirgt sich mit Fizzy ein junger Mann, der dem Anspruch in Momenten (noch mal noch) nicht ganz genügen kann. Da fehlt zwangsläufig die 
eine oder andere Flasche Hochprozentiges und/oder diverse Rauchwaren. 

"In Disguise" ist ein hübsches Debut geworden, lässt für die Zukunft genügend Spielraum nach oben und könnte in 10, 15 Jahren eine gesuchte Rarität werden - 
wenn die Band durchhält und ihren Weg konsequent weitergeht. Respekt. 

Fred Schmidtlein
19.10.2005


 

 

Stand: 03. Dezember 2005 17:22:32 +0100