Review Morgart

 

Die Schlacht (in acht Sinfonien)

 

www.metalchannel.net

Welch eine Überraschung! Morgart sind für mich gerade zum Beweis geworden, das Black Metal eben nicht einfach nur Black Metal ist. Morgart berichten in acht Sinfonien über die Schlacht am Morgarten. Als erstes zum Gesang. Sehr viel gibt es davon nicht, da die meiste Zeit nur Instrumental gespielt wird. Morgart setzen aber nach eigenen Angaben auf "Old-School" Gesang und das merkt man auch. Live werden nur Bass und Gitarre gespielt. Das Keyboard wird eingespielt und die Drums werden von einem Drumcomputer erzeugt. Trotzdem klingen die Drums fast wie echt, denn da hab ich eindeutig schon schlimmeres gehört! Was das wahrscheinlich Beeindruckenste ist, ist die Tatsache, dass dieses gewaltige Black Metal Gewitter von nur zwei Leuten produziert wird! Um Morgart mit anderen Black Metal Acts zu vergleichen fehlt mir die Erfahrung, aber ich denke, dass es so etwas in dieser Form kein zweites mal gibt und es auch nie geben wird! Morgart ist es gelungen eine extrem abwechslungsreiche Scheibe zu produzieren, geprägt von Orgeln und Streichern sowie einer düsteren Atmosphäre. Denn gerade diese so Perfekt abgestimmten Elemente lassen Die Schlacht zu einem unverwechselbaren Erlebnis werden, dass man nicht vergisst!

10 von 10 Punkten


Boris »TASTE OF BLACK (05.05.2005)
www.taste-of-black.ch

Forsth sind nicht mehr, aber dafür sind nun Morgart am Start, um mit "Die Schlacht (In Acht Sinfonien)" das Erbe von einer der wichtigsten schwarzmetallischen Bands aus Helvetien anzutreten. Und was soll ich sagen, der Stil hat sich zwar verändert, aber die Qualität ist dieselbe, wenn nicht sogar höher, und sie ist absolut eigenständig. Symphonischer, sehr orchestraler, gleichzeitig aber kraftvoller, vitaler und berührender Black Metal ist angesagt. Schwerpunkt sind die unzähligen Melodiebögen, die authentisch sind und unter die Haut gehen, manchmal eher traurig, melancholisch, dann wieder einfach wunderschön, wenn ich das in diesem Zusammenhang so sagen darf. Dem Schlagzeugcomputer merkt man so gar nicht an, dass da die Elektronik für den Rhythmus sorgt, die Drums klingen sehr organisch. Die beiden Mannen Max und Fabian teilen sich den Gesang, der überwiegend krächzig gehalten ist, aber auch klare Parts beinhaltet, wie im Meisterwerk "Sinfonie 2", das zu einem Wechselbad der Gefühle einlädt und es allein schon wert ist, diese Platte zu besitzen. Jede Sinfonie auf diesem Konzeptalbum, das sich um die Morgartenschlacht im Jahre 1325 dreht, ist ein fester Bestandteil, der seinen Platz hat. Und Schlachthymnen sind es definitiv, die 8 Lieder dieser Scheibe, kraftvoll, kämpferisch, aufputschend, es ist wahrlich ein Hochgenuss, den Klängen von Morgart zu lauschen, denn so heftig hat mich schon lange keine Scheibe mehr angesprochen. Gewiss, die engstirnigen Die-Hard-True-Black-Metaller werden an "Die Schlacht (In Acht Sinfonien)" keine Freude haben, da das dominierende Element ganz klar die orchestralen, vielfältigen und abwechslungsreichen Melodien sind. Alle anderen sollten Morgart die Aufmerksamkeit schenken, die dieses aussergewöhnliche Duo verdient. Tempomässig ist vieles im getragenen mittleren Bereich angesagt, aber selbstverständlich fehlen auch die Blastbeats nicht, und die Gitarren sind trotz der Dominanz der Orchesterklänge jederzeit vollkommen präsent. Höhepunkte sind neben der erwähnten "Sinfonie 2" eindeutig "Sinfonie 3", "Sinfonie 5 - In A-Dur" und "Sinfonie 8 - Finale". Aber eigentlich ist es falsch, von einzelnen Höhepunkten zu reden, denn "Die Schlacht (In Acht Sinfonien)" ist genau genommen ein einziger Höhepunkt. Wer auf hymnischen, manchmal romantischen, dann wieder sehr kämpferischen Black Metal mit einem Sammelsurium an grossartigen sphärischen Melodien steht, sollte der Musik von Morgart lauschen. Das erste von hoffentlich vielen Meisterwerken...

9 von 10 Punkten


Alexander»SCHWERMETALL (Juli 2005)
www.schwermetall.ch

"Bemerkenswert gut ist die Produktion des Silberlings ausgefallen, was gerade bei einer Undergroundband nicht immer eine Selbstverständlichkeit ist."


Jens» Wallsoffire (Dez.. 2005)
http://www.wallsoffire.de

Man mag ja zu Keyboard-lastigem, syphonischem Black Metal stehen wie man will: Fakt ist, dass auch die pompösere Aufführung der Schwarzmetallkunst ihre Reize hat. Wer das abstreitet, gibt bitte sofort wieder die letzten Scheiben von Emperor sowie den backkatalog von Limbonic Art ab. Andererseits neigen manche Bands aber auch dazu, es mit den Tastenklängen ein wenig zu übertreiben und den Begriff Metal nur noch zur Begleiterscheinung verkommen zu lassen. Und hier wären wir auch schon bei mehr als 80 Prozent der symphonischen Spielart.

Morgart hingegen dürfen sich zum noch fehlenden Anteil rechnen, denn der melodische und von Keyboards wirklich zugekleisterte Black Metal ist gerade deswegen so stark, weil der orchestrale Aufbau mit sehr guten Ideen und einer grundlegend erhabenen Atmosphäre aufwarten kann. Zwar wird die ursprüngliche Rohheit der Musik durch die Klänge aus dem Synthesizer nahezu komplett entfernt – eigentlich zeugen nur noch die aggressiven Vocals und die ab und an pumpende Doublebass dafür – aber die düstere Grundstimmung kann dafür problemlos entschädigen. Mit der achten und der epischen dritten Sinfonie kommt man zum Beispiel schon sehr nahe an die alten Glanzmomente einer Band wie Dimmu Borgir heran, im mittleren, etwas verträumteren Part gibt es zahlreiche Querverweise zu Borknagar’s Frühphase und die Namen Libonic Art und Emperor ziehen sich sowieso als roter Faden durch die acht Kompositionen von „Die Schlacht“. Hinzu kommt ein dezent melancholischer Unterton in den etwas längeren Instrumentalpassagen, der von den melodischen Keyboards wunderschön aufgebaut und schließlich dann wieder durch eine etwas heftigere Attacke auseinander gerissen wird.

Die beiden Bandleader Fabian und Max wissen sehr wohl, wie man bombastische Sounds arrangiert, ohne dass der massive Einsatz der Synthies zu penetrieren beginnt. Selbst die Tatsache, dass man das Schlagzeug programmiert hat, fällt nicht negativ ins Gewicht, weil der entsprechende Sound nicht mal ansatzweise maschinell klingt. Natürlich werden manche jetzt trotzdem Vorbehalte haben, weil sie schon prinzipiell etwas gegen Klänge aus der Konserve haben, aber ehrlich gesagt würden genau diese Leute dann auch etwas verpassen, denn was die Schweizer hier machen, machen sie auch verdammt gut.

4 von 5 Punkten

 

 

Stand: 16. Dezember 2005 19:11:51 +0100